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Unterwerk Ingenbohl – Anschluss an die Schweizer Stromautobahn (2012)

Unterwerk Ingenbohl – Anschluss an die Schweizer Stromautobahn (2012)

Was in den Medien als Ener­gie­dreh­scheibe im Tal­kes­sel Schwyz“, als Kno­ten­punkt im schwei­ze­ri­schen Höchst­span­nungs­netz“ oder als direk­ter Anschluss der Ener­gie­ver­sor­gung an die Schwei­zer Strom­au­to­bahn“ bezeich­net wird, ist so etwas wie der vor­läu­fige Höhe­punkt eines beson­de­ren Kapi­tels im EWS-Geschich­ten­buch. Die Rede ist vom neuen Unter­werk (UW) Ingen­bohl, wel­ches CKW und EWS gemein­sam rea­li­siert haben.

Die Zahlen und Werte ver­mit­teln einen Ein­druck von der Grösse des Pro­jek­tes: Es han­delt sich dabei um eine rund vier­ein­halb­jäh­rige inten­sive Pla­nungs- und Bau­zeit, um circa 26‘000 geleis­tete Arbeits­stun­den und um unge­fähr 22 Mil­lio­nen inves­tierte Fran­ken. Und es geht um einen wei­te­ren und gros­sen Schritt im per­ma­nen­ten Bestre­ben, weite Teile des Wohn‑, Lebens- und Arbeits­rau­mes Zen­tral­schweiz zuver­läs­sig mit Strom zu ver­sor­gen. Sogar der Ener­gie­be­darf künf­ti­ger Gross­pro­jekte wie etwa die NEAT oder der Bau und Betrieb regio­na­ler Tun­nel­an­la­gen wurde in die Pla­nung miteinbezogen. 

Das Herz der Zen­tral­schwei­zer Strom­ver­sor­gung
Ver­bun­den mit der 220-kV-Lei­tung Gösche­nen – Mett­len bildet das UW Ingen­bohl einen aus­ser­or­dent­lich wich­ti­gen Dreh- und Angel­punkt in der Ener­gie­ver­sor­gung der Inner­schweiz. Für die Strom­pro­duk­tion in der Region Inner­schwyz ist das Unter­werk von beson­de­rer Bedeu­tung. Wann immer die EBS-Muo­ta­kraft­werke für die Region zu viel respek­tive zu wenig Ener­gie pro­du­zie­ren, ega­li­siert das UW Ingen­bohl dieses ener­gie­mäs­sige Ungleich­ge­wicht und schafft dadurch die Vor­aus­set­zun­gen für eine ver­läss­li­che Strom­ver­sor­gung im EWS- wie auch EBS-Einzugsgebiet. 

Die Erneue­rung des Unter­werks Ingen­bohl erfolgte in zwei Etap­pen. Mit der Inbe­trieb­nahme der 50/15-kV-Anlage gegen Ende 2010 konnte die erste Erneue­rungs­phase abge­schlos­sen werden. Der Ersatz der 220-kV-Anlage bil­dete das Kern­stück der zwei­ten Etappe. Diese begann im Früh­ling 2011 und endete wie geplant mit dem Abschluss sämt­li­cher Arbei­ten Ende 2012. Die neue Anlage ersetzt einer­seits die frü­here Unter­sta­tion Ibach und ande­rer­seits das alte Frei­luft- Umspann­werk Ingen­bohl aus dem Jahr 1963. 

Vor­aus­schau­en­des Gross­pro­jekt
Mit einem Eins-zu-eins-Ersatz wollte man sich bei CKW und EWS nicht zufrie­den­ge­ben. Die neue Infra­struk­tur hat den heu­ti­gen Anfor­de­run­gen bezüg­lich Nach­hal­tig­keit voll­ends zu ent­spre­chen. So setzte man aus­schliess­lich modernste Tech­no­lo­gie und aus­ge­klü­gelte Funk­tio­na­li­tät ein. Dar­über hinaus kon­zi­pierte man das neue Unter­werk als kom­pakte Innen­an­lage“, dies im Gegen­satz zur frü­he­ren Frei­luft­an­lage“. Dadurch ist die neue Anlage besser vor Wit­te­rungs­ein­flüs­sen geschützt, kon­struk­ti­ons­be­dingt wesent­lich klei­ner, unauf­fäl­li­ger und ver­träg­li­cher im Landschaftsbild. 

Die ganze Bau­phase stellte eine logis­ti­sche Her­aus­for­de­rung dar, denn ein­zelne Anla­gen­teile blie­ben wäh­rend der gesam­ten Bau­zeit in Betrieb; schliess­lich musste die Ver­sor­gungs­si­cher­heit für die rund 67‘000 Strom­kun­den in den Kan­to­nen Schwyz, Uri, Luzern und Zug ohne Unter­bruch gewähr­leis­tet sein. Am 1. Sep­tem­ber 2012 konnte sich die Bevöl­ke­rung an einem Tag der offe­nen Tür“ von der erfolg­rei­chen Erneue­rung des UW Ingen­bohl überzeugen.