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EWS muss die Stromtarife per 2023 massiv erhöhen

EWS muss die Stromtarife per 2023 massiv erhöhen

Die geo­po­li­ti­sche Lage hat die inter­na­tio­na­len Ener­gie­preise in die Höhe getrie­ben. Diese Preis­stei­ge­run­gen führen bei EWS zu höhe­ren Strom­be­schaf­fungs­kos­ten. Hinzu kommen deut­lich höhere Kosten der natio­na­len Netz­ge­sell­schaft Swiss­grid. Die Ener­gie­dienst­leis­te­rin muss darum die Tarife per 2023 erhö­hen. Im Durch­schnitt stei­gen die Tarife für Haus­halts­kun­den um 56 Fran­ken pro Monat.

In den ver­gan­ge­nen zwölf Mona­ten sind die glo­ba­len Ener­gie­preise massiv ange­stie­gen. Die Strom­preise am Markt haben sich ver­zehn­facht. Haupt­trei­ber sind neben dem Krieg in der Ukraine unter ande­rem auch Nach­wir­kun­gen der Corona-Pan­de­mie und eine tie­fere Ver­füg­bar­keit aus­län­di­scher Kraft­werke. Diese Preis­stei­ge­run­gen führen zu höhe­ren Strom­be­schaf­fungs­kos­ten bei EWS. Hinzu kommen auch deut­lich höhere Kosten der natio­na­len Netz­ge­sell­schaft Swiss­grid für das Übertragungsnetz.

EWS ver­fügt über keine eige­nen, nen­nens­wer­ten Pro­duk­ti­ons­an­la­gen und kauft den Strom am Markt ein. Die Beschaf­fung von Strom erfolgt in regel­mäs­si­gen Tran­chen bis zu drei Jahre im Voraus. Damit können Preis­schwan­kun­gen geglät­tet werden. Die durch­schnitt­li­che Ver­brauchs­menge der Vor­jahre bildet die Basis für die Ein­kaufs­menge eines Jahres. In den letz­ten Mona­ten stieg der Strom­be­darf der EWS-Kunden und die nach­ge­fragte Strom­menge lag wesent­lich über dem Durch­schnitt der Vor­jahre. Diese Tat­sa­chen haben EWS gezwun­gen, die zusätz­lich benö­tig­ten Mengen zu sehr hohen Prei­sen einzukaufen.

Daher stei­gen die Ener­gie- und Netz­ta­rife von EWS wie bei den meis­ten Ener­gie­ver­sor­gern in der Schweiz 2023 an. Für die Haus­halts­kun­den im EWS-Ver­sor­gungs­ge­biet führt dies zu Mehr­kos­ten von durch­schnitt­lich rund 56 Fran­ken pro Monat. Damit ver­dop­peln sich die Tarife im Ver­gleich zu den aktu­el­len Prei­sen. Unter Strom­pro­dukte können Kun­din­nen und Kunden trans­pa­rent nach­voll­zie­hen, was die Anpas­sun­gen für sie bedeuten.

EWS-Kunden pro­fi­tier­ten in den letz­ten Jahren von regel­mäs­si­gen Preis­ab­schlä­gen, da die Beschaf­fungs­kos­ten über län­gere Zeit güns­ti­ger wurden. Nun hat das Pendel umge­schla­gen und ent­spre­chend ist EWS und ihre grund­ver­sorg­ten Kunden der Markt­ent­wick­lung voll­stän­dig aus­ge­setzt. Gemäss der Regu­lie­rung stellt EWS ihren Kunden die Beschaf­fungs­kos­ten plus den fixen Anteil für die Ver­wal­tungs- und Ver­triebs­kos­ten in Rech­nung. EWS pro­fi­tiert vom höhe­ren Preis­ni­veau über­haupt nicht. Künf­tige Reduk­tio­nen der Beschaf­fungs­kos­ten werden selbst­ver­ständ­lich an die Kunden weitergegeben. 

Die Pro­duk­tion von Solar­strom lohnt sich mehr denn je
Posi­tiv wirken sich die hohen Preise hin­ge­gen für die Solar­strom­pro­du­zen­ten aus. EWS ver­gü­tet den ins Netz ein­ge­speis­ten Strom nach dem Refe­renz­markt­preis des Bun­des­amts für Ener­gie (BFE), der sich nach dem Markt­preis rich­tet. Dieser lag im ersten Halb­jahr 2022 bei 24,7 Rappen pro Kilo­watt­stunde. Zum Ver­gleich: Zwei Jahre zuvor betrug dieser 3 Rappen pro Kilo­watt­stunde. Der Erlös aus dem Solar­strom hat sich somit ver­acht­facht. Eine durch­schnitt­li­che 15 kWp-Solar­an­lage auf dem Dach eines Ein­fa­mi­li­en­hau­ses erzielt so einen Mehr­ertrag von über 2’000 Fran­ken pro Jahr. Die Pro­duk­tion von Solar­strom lohnt sich dem­nach zur­zeit mehr denn je.

Die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen zeigen, wie hoch die Abhän­gig­keit der Schweiz vom Aus­land noch immer ist. Um als Land unab­hän­gi­ger zu werden, ist der Ausbau der erneu­er­ba­ren Ener­gien zen­tral. EWS hat dies­be­züg­lich eine wich­tige Rolle beim Bau von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen in der Region.

Strom­spa­ren im Haus­halt macht sich bezahlt.

Tipps zum Stromsparen

Möchten Sie Ihren eigenen Stromverbrauch und damit auch die Kosten senken? Mit diesen einfachen Massnahmen klappts.

Privatkunden
  • Zu einem der gröss­ten Strom­ver­brau­cher gehört die Erzeu­gung von Wärme. Um diesen Strom­fres­ser ein­zu­däm­men, lohnt es sich die Hei­zung rich­tig ein­zu­stel­len: im Wohn­zim­mer auf 20 Grad, im Schlaf­zim­mer auf 16 Grad. Pro Grad weni­ger Tem­pe­ra­tur sparen Sie 6 Pro­zent Heizkosten.
  • Eine volle Geschirr­spül­ma­schine spart nicht nur Zeit, son­dern braucht auch nur halb so viel Ener­gie wie von Hand.
  • Durch Was­serspar­auf­sätze können Sie bis zu 50 Pro­zent Wasser, sowie viel Ener­gie für die Warm­was­ser­auf­be­rei­tung sparen.
  • Duschen statt baden spart rund 70 Liter Wasser – oder 65 Rappen pro Dusche.
  • Sie benö­ti­gen für einen kurzen Moment kein Licht? Aus­schal­ten lohnt sich immer.
  • Haben Sie gewusst, dass in Schwei­zer Haus­hal­ten in etwa 10 Pro­zent Strom auf den Standby-Ver­brauch zurück geht. Es lohnt sich, Geräte wie TV, Kaf­fee­ma­schi­nen usw. bei Nicht­ge­brauch ganz aus­zu­schal­ten. Zum Bei­spiel mit dem Kauf einer abschalt­ba­ren Steckdosenleiste.
  • Kochen Sie Wasser im Was­ser­ko­cher anstatt in der Pfanne; dies ver­braucht etwa halb so viel Energie.
  • Eine deut­li­che Reduk­tion Ihres Strom­ver­brauchs errei­chen Sie, mit dem Erset­zen von her­kömm­li­chen Glüh­bir­nen oder Strom­spar­lam­pen durch LED-Leuchten.
Gewerbekunden
  • Achten Sie darauf, Glüh- und Ener­gie­spar­lam­pen durch LED-Lampen zu ersetzen.
  • Ver­wen­den Sie Steck­do­sen­leis­ten mit Kipp­schal­ter oder schal­ten Sie Ihre Geräte ganz aus, um Stand-by bei Nicht­ge­brauch zu vermeiden.
  • Es lohnt sich Bewe­gungs­mel­der und Zeit­schalt­uh­ren für die Kurz­zeit­be­leuch­tung in Neben­räu­men, Gängen und im Aus­sen­be­reich einzusetzen.
  • Ver­mei­den Sie Kühl­schränke und Geträn­ke­au­to­ma­ten unmit­tel­bar in der Nähe einer Hei­zung zu platzieren.
  • Kühl­räume nur für Gegen­stände nutzen, die zwin­gend gekühlt werden müssen.
  • Stel­len Sie sicher, dass die Tür­dich­tun­gen Ihrer Kühl­räume und Kühl­ge­räte funktionieren.
  • Achten Sie auf eine regel­mäs­sige Rei­ni­gung (abtauen) der Ver­damp­fer und Kon­den­sa­to­ren Ihrer Kälteanlage.
  • Rich­ten Sie bei der Neu­an­schaf­fung von Gerä­ten ein Auge auf die Ener­gie­ef­fi­zi­enz.
  • Lassen Sie die Umwälz­pumpe Ihrer Hei­zung nur wäh­rend der Heiz­pe­ri­ode laufen.
  • Ein Ver­zicht auf elek­trisch betrie­bene Umwälz­pum­pen lohnt sich. pumpind​.ch zeigt Ihnen auf, ob Ihr Pump­en­er­satz för­der­be­rech­tigt ist.
  • Suchen Sie Druck­luft­lei­tun­gen nach Lecks ab und stel­len Sie die ver­lust­freie Lei­tung sicher.
  • Lassen Sie den Druck­luft­kom­pres­sor über Nacht und am Wochen­ende nicht eingeschaltet.
  • Prüfen Sie, ob was­ser­füh­rende Teile wie Rohre iso­liert sind.
  • Mit der Instal­la­tion einer Pho­to­vol­ta­ik­an­lage senken Sie den Stromverbrauch.
  • Suchen Sie mit Ihren Mit­ar­bei­ten­den gemein­sam nach ener­gie­ef­fi­zi­en­ten Lösungen.
Weitere hilfreiche Strompartipps

Auf der Seite Kosten sparen finden Sie eine Reihe von wei­te­ren Mög­lich­kei­ten, wie Sie mit ein­fa­chen Mass­nah­men Ihren Strom­ver­brauch redu­zie­ren und Ein­spar­nisse erzie­len können. 

Wie setzt sich der Stromtarif zusammen?

Ein Preis, drei Kom­po­nen­ten: Der Strom­preis setzt sich aus ver­schie­de­nen Kom­po­nen­ten zusam­men. Die Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten bezah­len sowohl für die gelie­ferte elek­tri­sche Ener­gie (Ener­gie­ta­rif) als auch für den Strom­trans­port vom Kraft­werk bis ins Haus (Netz­nut­zungs­ta­rif). Den drit­ten Anteil am Strom­preis bilden Abga­ben ans Gemein­we­sen sowie eine Abgabe zur För­de­rung der erneu­er­ba­ren Ener­gien – und zum Schutz der Gewäs­ser und Fische (poli­ti­sche Abgaben).

EWS-Stromtarif

Mehr Infor­ma­tio­nen über die Zusam­men­set­zung des Strom­prei­ses finden Sie auf der VSE-Web­­site.

Tagesaktuelle Preisentwicklung

Sie möch­ten sich über den tages­ak­tu­el­len Strom­preis infor­mie­ren?
Die Web­site der Ener­gie­börse Leip­zig (eex) lie­fert dazu detail­lierte Aus­wer­tun­gen. Für die Wie­der­gabe des aktu­el­len Tages­ta­rifs wählen Sie auf der Start­seite bitte fol­gende Bereiche:

Berichterstattung Neue Züricher Zeitung

Strom­preise stei­gen auf Rekord­werte – Eine Ent­span­nung ist vor­läu­fig nicht in Sicht

Wer fürs erste Quar­tal 2023 Strom aus der Schweiz an der Börse kaufen will, zahlt erst­mals über 1000 Euro je Mega­watt­stunde. Vor den Tur­bu­len­zen kos­tete Strom weni­ger als einen Zehn­tel davon.

Medi­en­mit­tei­lung

Quelle: Argus Data Insights – Bericht Neue Zür­cher Zeitung