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Innovationsgeist auf dem Land

Innovationsgeist auf dem Land

Nach­hal­tig­keit ist die Trieb­kraft von Sepp Knüsel. Seit Jahr­zehn­ten tüf­telt der mitt­ler­weile pen­sio­nierte Land­ma­schi­nen­tech­ni­ker und Fir­men­grün­der an inno­va­ti­ven Maschi­nen. Seine neuste Erfin­dung: ein elek­tri­scher Traktor.

Lautes Quiet­schen und Schnau­ben ertönt, als Sepp Knüsel seinen elek­tri­schen Trak­tor star­tet. Die Geräu­sche stam­men von der Hydrau­lik des Trak­tors, die ange­hängte Maschi­nen betreibt. Nor­ma­ler­weise wird sie vom rat­tern­den Ver­bren­nungs­mo­tor über­tönt, doch der elek­tri­sche Antrieb des E‑Traktors ist nahezu geräusch­los. «Das ist einer der Makel des Pro­to­typs», meint Theres Beut­ler-Knüsel, Geschäfts­füh­re­rin von Rigi­trac und Toch­ter von Sepp. «Das ver­kaufs­fer­tige Modell wird aber so geräusch­arm sein wie ein Elek­tro­auto», ver­si­chert sie.

Welt­weit erstes Modell dieser Grösse
Im Früh­ling 2022 geht der Rigi­trac SKE 40 in Seri­en­pro­duk­tion. Er ist welt­weit der erste elek­trisch betrie­bene Trak­tor in dieser Grösse. Bis heute gab es nur kleine Rasen­trak­to­ren mit Bat­te­rie­an­trieb. Die Vor­teile des E‑Traktors sind: Die War­tung ist weni­ger auf­wen­dig als bei Trak­to­ren mit Ver­bren­nungs­mo­tor, denn der elek­tri­sche Antrieb hat weni­ger beweg­li­che Teile. Und der Unter­halt ist bil­li­ger und umwelt­scho­nend. Statt teuren Treib­stoff zu tanken, hängt man den Rigi­trac SKE 40 ein­fach an die Ladestation.

Das Inter­esse ist gross
Der eher schmal gebaute Elek­tro­trak­tor wird vor allem für Unter­halts­ar­bei­ten zum Ein­satz kommen, denn er passt auch aufs Trot­toir und ist für Arbei­ten wie das Salzen oder Schnee­räu­men aus­ge­rüs­tet. Bereits meh­rere Gemein­den in der Region haben ihr Inter­esse signa­li­siert. Auf­la­den kann man den E‑Traktor bequem im Werk­hof. Ein grös­se­res Modell für den Ein­satz in der Land­wirt­schaft sei bereits in Pla­nung, ver­spre­chen die Knü­sels. Sepp Knüsel ist vom Erfolg seines Rigi­trac SKE 40 über­zeugt: «Wer einmal einen halben Tag mit dem elek­tri­schen Trak­tor gear­bei­tet hat, will nicht mehr zum Ver­bren­ner zurück.»

Unter­stüt­zung von EWS und CKW
Die Ent­wick­lung des Elek­tro­trak­tors haben Vater und Toch­ter Knüsel weit­ge­hend allein gestemmt. Nur EWS und CKW haben das inno­va­tive Pro­jekt finan­zi­ell unter­stützt. «Wie du einen elek­tri­schen Trak­tor bauen musst, das kann dir keiner sagen», bemerkt Sepp Knüsel. Der Tüft­ler aus Küss­nacht am Rigi demons­triert seit Jahr­zehn­ten schon, dass tech­no­lo­gi­sche Inno­va­tio­nen nicht immer aus dem Sili­con Valley oder der ETH kommen müssen. Seit der Fir­men­grün­dung im Jahr 1976 hat er zahl­rei­che Trak­to­ren und Land­ma­schi­nen ent­wor­fen, gebaut und ver­kauft. Auch im Pen­si­ons­al­ter ist er in der Werk­statt prä­sent und er besucht Land­wirte, um die Bedürf­nisse seiner poten­zi­el­len Kunden zu erfahren. 

Fami­li­en­be­trieb in Frau­en­hand
Inzwi­schen leitet Toch­ter Theres Beut­ler-Knüsel die Sepp Knüsel AG. Sie wird dabei von ihren Schwes­tern Edith, Doris und Ruth unter­stützt. Mutter Marlis, die Ehe­frau des Fir­men­grün­ders, küm­mert sich seit 1983 um admi­nis­tra­tive Arbeiten. 

Knü­sels setzen auf Nach­hal­tig­keit
Auf den meis­ten Dächern der Fir­men­hal­len stehen Solar­an­la­gen, dank denen die Knü­sels zu gros­sen Teilen ener­gie­aut­ark leben und arbei­ten können. «Das Jahr hin­durch spei­sen wir mehr Strom ins Netz ein, als wir bezie­hen», sagt Sepp Knüsel. Diese Ver­bun­den­heit zur Umwelt äus­sert sich auch in der Ent­wick­lung von Rigitrac.

Wer einmal einen halben Tag mit dem elek­tri­schen Trak­tor gear­bei­tet hat, will nicht mehr zum Ver­bren­ner zurück.